Feldreport: „Wie Du auch bei schlechter Stimmung kleine Erfolge hast“

So sehr habe ich mich auf sie gefreut. Ich bin eigens in diese eintönige Stadt gefahren um sie wiederzusehen. Und jetzt hat sie keine Zeit für mich. Es ist das Bild, das in diesem Augenblick zerbricht, das Bild in meinem Kopf, das Bild von ihr und unserer Beziehung. Und es ist mein Frauenbild. Da in den Tagen zuvor ähnliche Dinge mit andern Frauen vorgefallen waren, begann ich langsam an der gesamten Frauenwelt zu zweifeln.

Solche Erlebnisse hast sicher auch Du schon gehabt. Das ist mit ein Grund, warum ich diese Geschichte mit Dir teilen möchte. Obwohl ich das bin, was viele als „Fortgeschrittenen“ oder „guten PUler“ bezeichnen würden, habe auch ich meine Tiefphasen; und nicht nur ich: ich kenne niemanden, gleich wie viel Erfolg mit Frauen er hat, der nicht ab und zu mal einen Durchhänger hat. Es ist völlig in Ordnung.
Und das ist das erste, was man sich klarmachen muss. Wenn Du kurz vorm Aufgeben bist, akzeptiere das. Wenn Du der Verzweiflung nahe bist, respektiere es. Mach Dich nicht runter dafür! Wenn Du vollkommen im reinen mit Deinen schlechten Gefühlen bist, wirst Du eins feststellen: Sie werden nachgelassen haben.
Ich will hier nochmal betonen, wie wichtig es ist, keinen Groll mehr zu hegen. Wenn Du einfach rausgehst und sauer auf Dich und die Welt bist, wird die Welt Dich das spüren lassen: Frauen und Leute allgemein werden schlecht auf Dich reagieren und Deine Stimmung noch weiter in den Keller drücken. Wahrscheinlich weißt Du das bereits aus eigener Erfahrung.
Wenn Du dagegen keinen Zorn in Dir trägst und ehrlich zu Deiner Niedergeschlagenheit stehst, wirst Du auf viele Menschen und insbesondere Frauen sogar anziehender wirken, als jemand, der sich besser fühlt, aber seine gute Laune nur vortäuscht.
Wenn Du Frieden geschlossen hast mit Dir selbst, dann kannst Du auch losziehen und Daygame machen oder wasimmer Dir Spaß macht. Ich habe mich in Anbetracht der späten Stunde für Clubgame entschieden.

Im ersten Club befinden sich keine ansprechenden Frauen (Schlechter Wortwitz!). Trotzdem merke ich, wie es mir allein durch das Unter-Menschen-Sein besser und besser geht. Ich setze mich an einen Tisch, schließe die Augen, spüre die Musik und fühle meinen Körper. Diese Meditation scheint ihre Wirkung gehabt zu haben, denn schon nach einer Minute stellt sich ein Mann zu mir an den Tisch und beginnt ein Gespräch.
Im zweiten Club achte ich auf meine Ausstrahlung: ich versuche, mich nicht zu verstellen und vollkommen ich selbst zu sein und auch den Restärger nicht zu unterdrücken. Ich spreche einige Mädchen an und erhalte weitgehend gute Reaktionen.
Im dritten und letzten Club sehe ich schon beim eintreten zwei wunderschöne Mädels auf der Tanzfläche, die ich mir sofort in Gedanken rot markiere. In Ermangelung weiterer interessanter Sets unterhalte ich mich kurz mit einem meiner Wingmänner, den ich zufällig treffe, und der Barfrau, die ich mal beim Daygame kennengelernt habe.
Mittlerweile gut im State begebe ich mich zurück zu meinen beiden Zielpersonen. Während ich mich ihnen nähere, bin ich am überlegen, welche der beiden ich ansprechen will. Den Ausschlag gibt schließlich ein anderer Kerl, der eine der beiden angräbt. Ich eröffne die andere direkt indem ich mich vorstelle. Sie ist sofort von mir angetan. Während ich mit ihr rede, nehme ich ihre Hände. Teilweise lässt sie es zu, teilweise versucht sie sich aber wieder zu lösen. Ich nenne sie spielerisch eine Wühlmaus, was ihr zu gefallen scheint. „Da ist noch eine Wühlmaus.“, sagt sie dabei irgendwann und zeigt auf ihre Freundin.

Wer sich auskennt und aufgepasst hat, dem wird nicht entgangen sein, dass „Da ist noch eine Wühlmaus.“ eine unmissverständliche Einladung war, bei ihrer Freundin weiterzumachen. Das machen üblicherweise vergebene Frauen, die einen Mann so toll finden, dass sie die Gelegenheit nicht ungenutzt lassen wollen (von einer nicht so begeisterten Frau gesagt, kann es allerdings auch ein Test sein). Solche Angebote sollte man grundsätzlich annehmen, da sie gleichzeitig eine ehrliche Absage bedeuten. In diesem Augenblick gefällt sie mir aber so gut, dass ich einfach noch ein bisschen mit ihr reden will. Jetzt beim schreiben merke ich, dass es sie bestimmt beeindruckt hätte, wenn ich ihr das auch genau so gesagt hätte.

Ich gehe also garnicht darauf ein und eskaliere weiter währenddessen ich herausfinde, dass sie aus München gekommen und hier die Abschiedsfeier ihres Freundes im Gange ist. Ich zeige gespielt tiefstes Mitleid und umarme sie feste. Es gefällt ihr: „Du bist so süß. Und Du riechst gut.“ Auf die weiteren Eskalationsversuche meint sie dann aber: „Auch wenn ich besoffen bin, bin ich treu.“ Sie merkt, dass ich das schade finde, aber sie spürt auch, dass ich es schade finde weil ich sie ehrlich mag und nicht weil ich bedürftig (needy) bin. Sie rechtfertigt sich, was auch hier ein gutes Zeichen ist: „Du hast Dir jemanden ganz schwieriges ausgesucht…“ Ihr Blick ist einmalig: Von ihren Augen aus kommend umgibt sie mich mit einer Mischung aus Mitleid und Bewunderung. Ich kann es selbstverständlich nicht genau wissen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir uns beide in diesem Augenblick einen Monat in die Zukunft gewünscht haben, wenn ihr Freund bereits weg gewesen wäre und wir übereinander herfallen gekonnt hätten.
„Ich muss zurück.“, sagt sie, „mein Freund darf uns hier nicht sehen.“ „Wo ist Dein Freund eigentlich?“, will ich wissen. „Am Klo.“ „Dann wird er sicher gleich zurückkommen.“ Indem ich mich bezüglich Auseinandergehens auf ihre Seite stelle, zeige ich, dass ich sie nicht dränge und nehme ihr einen Teil der Anspannung. Ich frage, wie lange sie noch hier ist und versuche, ein Treffen für den nächsten Tag zu verabreden. Sie weicht aber aus. Ich merke zwar, wie sie gehen will, doch es stört mich nicht; ich genieße auch zu diesem Zeitpunkt schlicht ihre Anwesenheit und reagiere unbekümmert. Hinter uns befindet sich eine Sitzgelegenheit. Ich nehme Platz und fordere sie auf, sich neber mich zu setzen. Auch nach zweimaliger Aufforderung stützt sie sich nur mim Knie auf den Sessel und legt ihre Hand auf meine Schulter. Ich zücke mein Handy und lade sie ein, mir ihre Nummer zu geben. Sie schaut mich mit einem bezaubernden Blick an und sagt lächelnd: „Nach heute werden wir uns nichtmehr wiedersehen.“ Ich bemerke, wie ihre Freundinnen schon zu uns rüberschielen. Sie streichelt meinen Arm; „Was kann ich tun um Dich glücklich zu machen?“ Mir fällt keine gute Antwort ein; „Sehe ich unglücklich aus?“ „Nein“, antwortet sie, „tust Du nicht. Und Du kannst glücklich sein: Du bist süß, Du bist jung, Du siehst gut aus…“; immernoch meinen Arm streichelnd strahlt sie mich liebevoll an. Dann dreht sie sich um und verschwindet zu ihrer Gruppe. Ich bleibe noch kurz sitzen und sehe ihr freudestrahlend nach. Was für ein Engel!

Ich hoffe sehr, dass ich Dir mit diesem kleinen Bericht weiterhelfen konnte, besonders, wenn Du gerade in einer emotionalen Sackgasse steckst. Denk daran: Akzeptiere alle Deine Gefühle und Launen und mach weiter sobald Du wieder im reinen mit Dir bist! Du und Dein Leben, ihr seid jetzt schon gut genug. Jede Verbesserung ist eine erstrebenswerte, aber nicht notwendige Zugabe.

Ich hoffe von ganzem Herzen, dass Du Dich nicht unterkriegen lässt.

Auf uns alle, die wir an uns arbeiten!

Dein Doktor Daygame

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